28.02.2008 Informationsveranstaltung der GRÜNEN über Rechtsextremismus
Informationsveranstaltung über die Gefahr der Verbreitung von Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft und Diskussion über mögliche Gegenstrategien den Referenten Andreas Speit (Buchautor und freier Journalist) und Stefan Wiedenhöft (Avanti-Projekt undogmatische Linke).
Eintritt frei, Hinweis: Mitglieder und SympathisantInnen von neofaschistischen Parteien, Organisationen und Zusammenschlüssen, sowie Personen, die uns als TeilnehmerInnen von neofaschistischen Veranstaltungen, Aufmärschen und Aktionen bekannt sind, erhalten keinen Zutritt!
Das Institut für Konflikt- und Gewaltforschung Bielefeld hat in einer Langzeitstudie festgestellt, dass ökonomische Verunsicherung zur Ausbreitung "latent immer vorhandener Ideologien der Ungleichwertigkeit“ führt und dies keineswegs nur am rechten Rand, sondern in der Mitte der Gesellschaft.
Unser Referent Andreas Speit wird erläutern, dass die Themen der Mitte auch die Themen der Rechten sind.
In den vergangenen Jahren konnte sich die NPD zu dem "neuen Hoffnungsträger" in der extrem-rechten Parteienlandschaft wandeln. Die Wahlerfolge beschleunigten die Entwicklung. Nach fast 40 Jahren gelang der NPD wieder in Landtage zu ziehen. In Schleswig-Holstein ist der neue Aufwind der ältesten neonazistischen Partei auch zu spüren. Selbstbewusst sucht sie die politische Auseinandersetzung im Lande.
Getreu der Bundesvorstandslinie versucht der Landesverband soziale Themen aufzu-greifen und lokale Verankerungen auszubauen. Im Zusammenspiel mit den Freien Kameradschaften spricht die NPD auch Jugendliche und junge Erwachsen gezielt an. Über einen rechten Lifestyle finden sie zur neonazistischen Politik. Aufmärsche anlässlich von Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg sind nur eine Aktion von NPD und Freie Kameradschaften um in der "Mitte der Gesellschaft" weiter anzukommen. In aufgeheizten Diskussionen um "jugendliche Ausländergewalt" versuchen sie sich zudem gezielt einzubringen.
An dem Abend wird Andreas Speit noch weitere Aspekte der Entwicklung darlegen.
Stefan Wiedenhöft (Avanti-Projekt undogmatische Linke) wird uns einen kurzen Überblick zur Entwicklung der lokalen Nazi-Szene geben und danach zwei zentrale Thesen erläutern und zur Diskussion stellen:
1. Breite gesellschaftliche Bündnisse gegen Rechtsextremismus (von Autonomen bis ins bürgerliche Lager) sind notwendig. Sie dürfen aber nicht in eine inhaltliche Beliebigkeit verfallen.
2. Selbstermächtigung (z.B. in Form von Blockaden) ist notwendig. Staatliche Institutionen dürfen aber nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden.
Zur Person:
Andreas Speit, Diplom Sozialökonom und freier Journalist. taz-Kolumnist“. Herausgeber von „Ästhetische Mobilmachung. Dark Wave, Neofolk und Industrial im Spannungsfeld rechter Ideologien“ (2002). Co-Autor von "Das Finkelstein-Alibi – "Holocaust-Industrie und Tätergesellschaft" (2001), „Der Rechtssprecher - Ronald Schill“ (2002) und „RechtsRock. Bestandsaufnahmen und Gegenstrategien“ (2002). Gemeinsam mit Andrea Röpke hat er das Buch „Braune Kameradschaften. Die neuen Netzwerke der militanten Neonazis“(2004) herausgegeben und zusammen die überarbeitete Neuauflage "Braune Kameradschaften. Die militanten Neonazis im Schatten der NPD" (2005). Autor von "Mythos Kameradschaft – Gruppeninterne Gewalt im neonazistischen Spektrum" (2005), und "Rechtsextremismus in Norddeutschland" (2007), sowie Co-Autor in "88 Fragen und Antworten zur NPD" (2008).
Stefan Wiedenhöft, Diplom Sozialpädagoge und seit 16 Jahren in der antifaschis-tischen Bewegung aktiv.

