24.04.2019

Für die Altstadt ist jetzt Mut gefragt

Auf einer „Öffentliche Fraktionssitzung“ haben die Grünen die Ergebnisse des „Rahmenplans Innenstadt“ diskutiert. Die zuständigen Mitarbeiter der Stadt der Stadt, Dr. Julia Lindfeld und Karsten Schröder, hatten für die Fraktion zunächst die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses zusammengefasst. Die Ziele des Plans, insbesondere die Beruhigung des Verkehrs und die Steigerung der Aufenthaltsqualität in der historischen Altstadt, finden in der Bürgerschaftsfraktion der Grünen breite Unterstützung.

Die Fraktionsvorsitzenden Michelle Akyurt und Bruno Hönel fassen das Ergebnis der Diskussion zusammen:

„Wir fordern seit langem eine Verschiebung der Prioritäten im Verkehr weg vom motorisierten Individualverkehr wie er in den 1980er Jahren dominierte. Die Reihenfolge der Priorisierung der unterschiedlichen Verkehrsarten mit Fußgängern an erster Stelle, gefolgt von Radverkehr, ÖPNV und dem Autoverkehr an letzter Stelle unterstützen wir auf ganzer Linie. Aus unserer Sicht ist dies die einzig richtige Reihenfolge für die Verkehrsströme, insbesondere in einer historischen Weltkulturerbestätte wie Lübeck sie ist. Lübeck vollzieht damit eine Entwicklung, wie sie in vielen anderen Altstadtkernen europaweit schon lange mit Erfolg stattgefunden hat.

Weniger Autoverkehr bedeutet mehr Aufenthaltsqualität. Daher ist das Ziel, den Durchgangsverkehr zu reduzieren, aus unserer Sicht notwendig. Dass aber auf absehbare Zeit keine Straße ganz vom motorisierten Verkehr befreit wird, ist schade. Wir hätten uns an einigen Stellen noch mehr Mut zur Veränderung gewünscht, sehen die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses aber als breit erarbeiteten Kompromiss an. Wenn sich so viele Menschen derart intensiv mit einem Thema beschäftigen, sollten die Ergebnisse nicht zerredet werden. Die Veränderungen werden mit diesem Rahmenplan sehr behutsam eingeleitet. Vor Versuchen, selbst diesen Kompromissplan noch zu verwässern oder in Frage zu stellen, können wir nur nachhaltig warnen. Dann würde nichts übrig bleiben, was der Altstadt den notwendigen Schub an Attraktivität bringt. Für die Altstadt ist jetzt Mut gefragt, kein Bedenkenträgertum.“

Auch der baupolitische Sprecher Arne-Matz Ramcke plädiert für eine zügige Umsetzung:

„Bei vielen Menschen herrscht der Eindruck vor, dass sich endlose Diskussionen, Konzepte und Planungsschritte aneinanderreihen, aber auf der Straße seit Jahren kaum wesentliche Veränderungen sichtbar werden. Lübeck hinkt bei der Modernisierung des Verkehrs hinterher. Wir fordern daher eine zügige Umsetzung der ersten Maßnahmen, um Lübeck ins 21. Jahrhundert zu holen. Mit dem Theaterplatz zu beginnen ist eine gute Idee, hier gibt es viel Potential. Aber gleichzeitig sollten auch an anderen Stellen mehr Dinge ausprobiert werden, die wenig Aufwand bedürfen: z.B. autofreie Adventswochenenden, eine längere Wiederholung des kostenlosen Busfahrens oder die vorübergehende Erprobung von Shared-space-Zonen an ausgewählten Straßen und Plätzen. Dafür werden wir uns weiterhin stark machen.“

URL:http://www.gruene-luebeck.de/newssingle/article/fuer_die_altstadt_ist_jetzt_mut_gefragt/