14.05.2019

Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs mit Augenmaß entwickeln

Die Planungen zur Bebauung des ehemaligen Güterbahnhofs laufen seit über zwei Jahren. In der Zwischenzeit ist es noch schwieriger geworden in Lübeck eine Wohnung zu finden; die Nachfrage nach Wohnraum ist stärker gewachsen als das Angebot. Vor allem im unteren und mittleren Preissegment ist der Wohnungsmarkt leergefegt. Gleichzeitig herrscht speziell in St. Lorenz ein Mangel an Grün- und Erholungsflächen. Die Grüne Bürgerschaftsfraktion hat sich nun zu der geplanten Bebauung positioniert und einen entsprechenden Antrag im Bauausschuss eingebracht, der zu großen Teilen angenommen wurde. Er zielt auf einen Kompromiss zwischen dem Mangel an Wohnraum und dem Mangel an Grünflächen ab, d.h. eine Bebauung mit Augenmaß.

Dazu Arne-Matz Ramcke, baupolitischer Sprecher der Grünen Fraktion: „Die Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs in St. Lorenz Süd ist aus städtebaulicher Sicht vor allem wegen ihrer zentralen Lage sehr interessant. Derzeit liegen weite Teile dieser Fläche brach. Wir möchten, dass sowohl der Mangel an Grün- und Erholungsflächen als auch der Mangel an Wohnraum berücksichtigt werden. Eine Priorität für uns ist die Einhaltung der 30%-Quote für Sozialwohnungen. Ein Großteil des Bestands von Sozialwohnungen fällt in den kommenden Jahren aus der Bindungsfrist. Deshalb ist es wichtig, bei jedem Bauvorhaben sicherzustellen, dass zumindest diese Quote Anwendung findet. Das war in diesem Fall nicht gegeben. Außerdem ist für das dicht bebaute Quartier rund um den Güterbahnhof schon heute der hohe Parkdruck ein Problem. Deshalb ist es uns wichtig, dass der Vorhabenträger Parkraum schafft, was nur durch eine Tiefgarage sinnvoll umsetzbar ist. Das mag sich negativ auf die Rendite auswirken, aber ohne geht es nicht. Dabei haben wir auch die Berücksichtigung von E-Ladestationen und ausreichend Platz für Fahrräder und Kinderwägen mitbeschlossen. Auch freuen wir uns, wenn in den alten Lagerhäusern alternative Konzepte Raum und Platz zu preisgünstigen Konditionen finden.“

Silke Mählenhoff, umweltpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion ergänzt: „Grünflächen machen ein Quartier erst lebenswert. Sie bieten Mensch und Natur Rückzugsflächen und wirken sich positiv auf das Stadtklima aus. Deshalb haben wir den Vorhabenträger mit unserem Antrag verpflichtet, Grünflächen im Quartier anzulegen und die Stadt, diese zu pflegen; und zwar sowohl im Bereich der neuen Bebauung westlich der Sankt-Lorenz-Brücke als auch östlich der Sankt-Lorenz-Brücke. Das Thema Lärmschutz ist vor dem Hintergrund der möglichen Feste-Fehmarn-Belt-Anbindung auch sehr wichtig für das neue Quartier. Wir werden dieses Thema im Verlauf der weiteren Planungen der Anbindung sowohl für dieses Quartier als auch die ganze Region weiter mit begleiten.“

Der Antrag der Grünen Fraktion ist im Wortlaut unter der Vorlagennummer VO/2019/07475 im Ratsinformationssystem der Stadt Lübeck öffentlich einsehbar.

URL:http://www.gruene-luebeck.de/newssingle/article/gelaende_des_ehemaligen_gueterbahnhofs_mit_augenmass_entwickeln/