02.06.2022

Luetkens und Flasbarth fordern Unterkünfte und Betreuung für die am Skandikai ankommenden Geflüchteten aus der Ukraine

Foto: Luetkens/ Flasbarth, entstanden beim Einblick der Situation vor Ort am Skandikai

Seit Ende April kommen an fünf Abenden in der Woche ukrainische Geflüchtete per Fähre aus Liepaja in Travemünde an. Inzwischen sind es 100-200 Geflüchtete pro Fähre, Tendenz steigend. Hierbei handelt es sich vor allem um Geflüchtete aus dem Südosten der Ukraine (Mariupol, Charkiw, Donbass etc.), denen von Russland ausschließlich die Flucht nach Russland “angeboten” wurde und die nach obligatorischem Aufenthalt in Internierungslagern dort die Flucht ins Baltikum gelang, von wo aus sie per Fähre nach Travemünde reisen.

In Travemünde angekommen gestaltet sich deren Weiterreise jedoch häufig so schwierig, dass sich Mitarbeiter:innen der Bahn bereits hilfesuchend an die ehrenamtlichen Helfer:innen gewandt haben, weil so viele Geflüchtete am Lübecker Hauptbahnhof stranden und dort übernachten (müssen).

Die Bürgerschaftsmitglieder Sascha Luetkens (Die Linke) und Dr. Axel Flasbarth (Bündnis 90/Die Grünen) fordern deshalb die Verwaltung der Hansestadt auf, umfassend sicherzustellen, dass die in Travemünde ankommenden Geflüchteten betreut und im Bedarfsfall mit einer geeigneten Übernachtungsmöglichkeit versorgt werden. Im Hauptausschuss der Bürgerschaft haben sie einen entsprechenden Antrag gestellt.


Hierzu erklärt Sascha Luetkens, Mitglied der Bürgerschaft für Die Linke:

“Hauptgrund für die häufigen und vermeidbaren Notsituationen der am Skandikai ankommenden Geflüchteten ist die Passivität und fehlende Übernahme der Gesamtverantwortung durch die Lübecker Verwaltung. Anstatt selbst und verwaltungsseitig sicherzustellen, dass jeder hier ankommende Geflüchtete ein nächtliches Dach über dem Kopf bekommt, verlässt sich die Lübecker Verwaltung vor allem auf ehrenamtliche Flüchtlingshelfer:innen und ist praktisch nie selbst vor Ort. Weder bei der Ankunft am Skandinavienkai noch am Lübecker Hauptbahnhof. Es kann und darf nicht unser Anspruch als Hansestadt und Verwaltung sein, sich bei solchen Problemen derart wenig um diese Menschen zu kümmern.”

Dr. Axel Flasbarth, Bürgerschaftsmitglied für Bündnis 90/Die Grünen ergänzt:

“Die Hilfsbereitschaft der ehrenamtlichen Helfer:innen am Skandikai ist großartig. Diese haben die Notlage und Hilflosigkeit der dort ankommenden Geflüchteten schnell erkannt, sich vernetzt und helfen seitdem dort täglich. Aber auch sie schaffen es nicht immer, für die erst abends ankommenden Geflüchteten im Gewirr der Zuständigkeiten, unvollständigen Informationen, rechtlichen und organisatorischen Änderungen und brüchigen Prozessketten für alle Geflüchteten die Weiterreise an ihre Zielorte oder eine geeignete Unterkunft vor Ort zu organisieren, wenn diese am selben Tag nicht mehr erreicht werden können. Es ist für uns selbstverständlich, dass in einer derart volatilen Lage die Hansestadt in der Gesamtverantwortung ist, die Versorgung und Unterbringung der hier ankommenden Geflüchteten sicherzustellen, erst recht, wenn diese eine solche Odyssee hinter sich haben. Das Handeln und die Passivität der Verwaltung ist für uns angesichts solcher Probleme völlig unverständlich. Vor allem, da wir dem Bürgermeister bereits am 03. Mai im Hauptausschuss ausführlich von diesen Problemen berichtet haben.”

 

URL:https://www.gruene-luebeck.de/newssingle/article/luetkens-und-flasbarth-fordern-unterkuenfte-und-betreuung-fuer-die-am-skandikai-ankommenden-gefluechtet/