Kultur in Lübecks Stadtteile bringen

13.05.22

Ob ein Hofkonzert, ein Straßenfest oder ein Kindertheater auf dem Spielplatz: Kultur braucht Förderung. Sie braucht Räume, Gelder und Menschen, die sie organisieren. Weil Kultur eine so genannte „freiwillige Leistung“ ist, gibt es dafür kaum Gelder von der Kommune. Dadurch fehlt es auch an Räumen und Budgets zum Beispiel für Honorare für MitarbeiterInnen und KünstlerInnen. Und die begrenzten Mittel fließen zu 60 bis 70 Prozent in Projekte in der Innenstadt und Travemünde. Die anderen Lübecker Stadtteile müssen mehr in den Fokus rücken und ganz generell die Förderbeträge für Kultur erhöht werden.

Dazu erklärt Karin Burakowski, Mitglied der Grünen Fraktion:

"Städte wie Hamburg, Bremen oder Flensburg haben es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, eine breite Kulturlandschaft und Förderprogramme für Soziokultur aufzustellen. Denn besonders in Brennpunkten und benachteiligten Stadtteilen ist Soziokultur gemeinsam mit Bildung und Sportförderung ein wichtiger Baustein für lebendige Nachbarschaften und Lebensqualität. Sie erhöhen die Attraktivität der Stadt im Wettbewerb um Fachkräfte. In Brennpunkt-Stadtteilen sind sie Gewaltprävention und Sozialarbeit zugleich. Soziokultur fördert Begegnung und Austausch. Es bringt alte, junge, diverse Menschen zusammen. Soziokultur vernetzt und fördert durch Teilhabe, Bildung und Chancengleichheit. Gemeinsam mit den Kitas, Schulen, Sozial- und Jugendarbeit schafft sie präventive Strukturen und Dialog zwischen den Menschen. Dieser Dialog zwischen Nachbar:innen, zwischen Generationen, Migrant:innen und Alt-Lübecker:innen bringt Menschen zusammen und schafft Gemeinschaft. Daher halten wir neben Räumen und Orten für Soziokultur auch die Förderung von kulturellen Initiativen und Projekten entscheidende Aufgaben der kommunalen Kulturpolitik."

In der Coronazeit hat der Kulturfunke gezeigt, wie dankbar Kultur von den Anwohner:innen angenommen wird - ob Hauskonzerte, Kindertheater oder Kunst im Schrebergarten. Doch die die Verantwortung darf nicht allein den Stiftungen überlassen werden. Das reiche Spektrum an privater Förderlandschaft ist eine Bereicherung für die Stadt. Es darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kommune für das Wohl der Lübeck:innen zuständig ist. Die Förderbedingungen der Stiftungen sind außerdem oft mit Anforderungen verbunden, die viele engagierte Bürger:innen nicht erfüllen können.

Friederike Grabitz, Mitglied im Kulturausschuss ergänzt:

„Die Stadt Lübeck ist eine Kulturstadt. Wir halten nicht nur in Land und Bund, sondern auch in den Kommunen die Förderung von Soziokultur für eine Pflichtaufgabe. Wir haben dazu in einem andauernden Dialog mit Anwohner:innen und Kulturschaffenden eine Reihe von notwendigen Maßnahmen und mehrere Anträge vorbereitet. Der erste dieser Anträge wurde im letzten Kulturausschuss am 9. Mai beraten. Darin hatten wir ein jährliches freies Budget von 200.000 für die Stadtteile beantragt. Der Ausschuss stimmte ihm zu - mit einer Änderung: Das Budget soll zunächst 50.000 Euro betragen. Das ist ein Anfang und ein großer Erfolg für die Stärkung der Lübecker Stadtteile. Das Thema wird in der Haushaltssitzung für den Haushalt 2023 in der Bürgerschaft besprochen werden.“

Kultur schafft Lebensqualität. Sie fördert die Kreativität und Reflexion der Gesellschaft. Denn Kultur ist für Alle da!

 

Kategorie

Fraktion Kultur und Denkmalpflege