Pläne für den „Balkon Lübecks“ - Jörn Simonsen spricht auf der öffentlichen Fraktionssitzung der Grünen über die Entwicklung von St. Lorenz Nord

19.03.18

Mit dem Fahrrad durchs Grüne in die Innenstadt fahren; für wenig Geld auf dem „Balkon Lübecks“, dem jetzigen Schlachthofgelände wohnen, mit einem Tante-Emma-Laden in direkter Nähe; über Fußgängerbrücken ans Traveufer und zur MUK flanieren – die Bewohner*Innen von St. Lorenz Nord haben sehr konkrete Visionen für ihr Quartier. Am Donnerstag, dem 8. März, kamen sie auf der öffentlichen Fraktionssitzung von Bündnis 90/ DIE GRÜNEN am Brolingplatz in St. Lorenz Nord zusammen, um sich darüber auszutauschen, wie ihr Stadtteil mit der Innenstadt zusammenwachsen und noch lebenswerter werden könnte. Jörn Simonsen vom Architekturforum hielt einen Impulsvortrag zum Thema. Er forderte die Bürger dazu auf, „groß zu denken“, also „das Quartier als Ganzes und die Grünräume als Band“ zu sehen. Thorsten Fürter, Bürgerschaftsmitglied der Grünen, teilte seine Ansicht, dass „in den Ausschüssen oft zu kleinteilig gedacht wird. Bevor wir einzelne Projekte entscheiden, sollten wir aber darüber nachdenken, wie sich der Stadtteil insgesamt entwickeln soll“.

Ein großes Thema für die Lebensqualität, sagte Jörn Simonsen, sei die Erhaltung und Neuschaffung von Grünflächen und die Anbindung des Wassers und an die Innenstadt. Diese ganzheitliche Sichtweise sei auch für das Kaufland-Areal wichtig: Was würde das Einkaufscenter für St. Lorenz bedeuten? Hilft es älteren Menschen, die darauf angewiesen sind, Einkaufsmöglichkeiten zu Fuß zu erreichen, oder wird es eher das Verkehrsaufkommen im Viertel erhöhen, weil die meisten Kunden mit dem Auto kommen? „Die Quartiere leiden darunter, dass immer mehr Kaufkraft aus den Zentren auf die Grüne Wiese abgezogen wird“, sagte dazu der Bauexperte der Grünen Arne-Matz Ramcke. Einige Bürger*Innen kritisierten, dass auf dem Kaufland-Areal zu lange nichts passiert sei und sie nicht noch länger warten wollten. Simonsen erinnerte an den Warendorpplatz, der ursprünglich als öffentliche Grünfläche geplant war, dann aber mit einer Tankstelle bebaut wurde. Es sei besser, „das Richtige langsam als das Falsche schnell zu entscheiden“. Er stimmt ihnen aber zu, dass das Kaufland-Areal zeitnah entwickelt werden soll. Die Bürgerschaft hat schon 2017 beschlossen, einen Wettbewerb dafür auszuloben. „Es ist Zeit, dass das jetzt geschieht“.

Der Diskurs um die Entwicklung von St.Lorenz Nord geht weiter: Nächsten Freitag, den 23. März, findet von 15 bis 18.30 Uhr in der Musik-und Kongresshalle die „Standortkonferenz Lübeck Nordwest“ statt. Anmeldungen dafür sind noch bis zum 19. März unter www-ihk-sh.de/nordwest oder braatz@ihk-luebeck.de möglich.

Kategorie

Fraktion Stadtplanung und Baupolitik