Lübeck soll sauberer und umweltfreundlicher werden. Mit einem Antrag im heutigen Werkausschuss möchte die GRÜNE Fraktion daher die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) beauftragen, zu prüfen, ob nach dem erfolgreichen Vorbild des Landkreises Stade eine Kampagne „Kippenfreie Hansestadt Lübeck“ umgesetzt werden kann. Ziel ist es, auf die Umweltbelastungen durch achtlos weggeworfene Zigarettenkippen aufmerksam zu machen und für eine korrekte Entsorgung zu sensibilisieren.
Dazu Detlef Thannhäuser, Mitglied im Werkausschuss / EBL:
„Es geht ausdrücklich nicht um eine Kampagne gegen Raucher*innen, sondern um eine Littering-Kampagne. Wir wollen dafür sensibilisieren, dass eine Zigarettenkippe nicht einfach auf den Boden geschnippt werden darf. Gerade im öffentlichen Raum, an Gullys, in Parks, an Bushaltestellen und natürlich an unseren Stränden haben Kippen nichts zu suchen. Sie gehören in den Aschenbecher oder Abfallbehälter.

Zigarettenkippen gehören zu den häufigsten Formen von Müll, die in der Umwelt zurückbleiben. Sie enthalten unter anderem Nikotin, Arsen, Blei und weitere Schadstoffe. Werden die Kippen achtlos auf Straßen, Gehwegen oder in der Natur entsorgt, können diese Stoffe über den Boden und das Regenwasser in die Gewässer gelangen. Hinzu kommt, dass Zigarettenfilter aus Kunststoff bestehen und sich über viele Jahre zu immer kleineren Kunststoffteilchen zersetzen können.“
„Viele Menschen sind sich vermutlich gar nicht bewusst, welche Folgen ein kleiner Zigarettenstummel haben kann“, so Detlef Thannhäuser weiter. „Eine Kippe ist schnell weggeworfen – die Belastung für Umwelt und Gewässer bleibt jedoch deutlich länger bestehen. Gleichzeitig verursacht die Beseitigung der Zigarettenstummel im öffentlichen Raum einen erheblichen Aufwand. Diese Kosten tragen letztlich wir alle.“
Als Vorbild könnte der Landkreis Stade dienen. Dort wurde eine großangelegte Anti-Kippen-Kampagne umgesetzt, die in der Bevölkerung auf großen Zuspruch stieß. Eingesetzt wurden unter anderem auffällige Slogans an Gullys, auf Schildern und Plakaten sowie an typischen Kippen-Hotspots wie Parkbänken, Raucherecken, Bushaltestellen und im öffentlichen Verkehrsraum. Auch für Lübeck könnten kreative und prägnante Botschaften entwickelt werden. Beispiele aus der Kampagne im Landkreis Stade sind etwa: „Nur sitzen, nicht schnippen. “Kippen gehören in den Mülleimer“ oder „Kippen sind kein Kraut. Sie verrotten nicht.“
Astrid Helzel, Sprecherin für Recycling und Entsorgung weiter:

„Wir haben daher einen Antrag eingebracht, der die Durchführung einer solchen Kampagne in Lübeck prüfen soll. Grundsätzlich geht es dabei zunächst um die Finanzierung. Im Landkreis Stade wird die Kampagne unter anderem durch die “Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung”, die “Sparkasse Stade Altes Land” und die “Kreissparkasse Stade” unterstützt. Für Lübeck soll deshalb ausgelotet werden, ob vergleichbare Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten bestehen. Darüber hinaus soll geprüft werden, ob eine Förderung über die Richtlinie des schleswig-holsteinischen Ministeriums für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur für Maßnahmen zur Abfallvermeidung, Kreislaufführung und nachhaltigen Konsum möglich ist.
Eine kippenfreie Hansestadt können wir nur gemeinsam erreichen – die Entsorgungsbetriebe, die Hansestadt Lübeck, die Lübecker*innen und natürlich auch unsere Gäste. Wenn wir mit einer gut sichtbaren und kreativen Kampagne erreichen, dass weniger Kippen auf unseren Straßen, in unseren Parks und an den Stränden landen, haben wir viel für den Umwelt- und Küstenschutz erreicht. Deshalb sollten wir die Chance nutzen und prüfen, wie eine solche Kampagne auch in Lübeck erfolgreich umgesetzt werden kann.“
