Pressemitteilung

Grüne fordern Aufklärung von Hafenstraße-Anschlag

Eine Delegation der Lübecker Grünen hat am Wochenende zusammen mit dem Sprecher für Innen- und Rechtspolitik der Grünen Fraktion im Landtag, Jan Kürschner, im Lübecker Theater das Stück “Hafenstraße” über den Brandanschlag in einem Wohnheim für Geflüchtete dort im Jahr 1996 besucht.

Hierzu erklären der Co-Fraktionsvorsitzende Dr. Axel Flasbarth und die stv. Co-Fraktionsvorsitzende Silke Mählenhoff gemeinsam:

“Wir möchten uns zunächst einmal beim Lübecker Theater bedanken. Dieser Brandanschlag in einem Wohnheim für Geflüchtete mit 10 Toten und 38 Verletzten ist ein Schandfleck in der Lübecker Stadtgeschichte. Die Tatsache, dass dieses furchtbare Verbrechen bis heute nicht aufgeklärt wurde und niemand zur Rechenschaft gezogen werden konnte, darf uns keine Ruhe lassen. Wir haben uns daher sehr darüber gefreut, dass das Theater Lübeck auf Wunsch des Ensembles die Hintergründe und Aufklärung dieses Verbrechens recherchiert und auf die Bühne gebracht hat. Das ist gesellschaftlich und politisch relevantes Stadttheater, wie wir es uns wünschen. Wir waren beeindruckt von der dramaturgischen und schauspielerischen Leistung und können den Besuch dieses sehr aufwühlenden Stückes sehr empfehlen.


Wir sind überzeugt, dass insbesondere bei einem derart gravierenden Verbrechen der Rechtsstaat nichts unversucht lassen darf, um für Aufklärung und dadurch für Rechtsfrieden zu sorgen. Es erscheint uns daher auch nach all den Jahren nicht hinnehmbar, dass gegen vier ursprünglich tatverdächtige Neo-Nazis, die in der Tatnacht am Tatort gesehen wurden, bis heute keine Anklage erhoben wurde, obwohl es eine Reihe von Indizien für deren Täterschaft gibt (frische Versengungen im Gesicht, Verlauf des Brandes, mehrere Geständnisse) und erhebliche Zweifel an deren Alibi bestehen. Wir unterstützen daher die Petition der Initiative Hafenstraße’96 und wünschen uns eine Wiederaufnahme der Ermittlungen.”

Der Grüne Landtagsabgeordnete Jan Kürschner sagt als rechtspolitischer Sprecher dazu:

“Es scheint sehr naheliegend, dass der Brandanschlag in der Lübecker Hafenstraße 1996 mit zehn Toten von vier Rechtsextremisten begangen wurde. Vor Gericht kamen sie nicht. Dazu will ich mir die Unterlagen von damals genau anschauen. Mord verjährt nicht.”

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