Pressemitteilung

175 Jahre Bahn in Lübeck: Ein Grund zum Feiern, aber auch viele Herausforderungen für die Zukunft

Lübeck feiert den Tag der Schiene und damit 175 Jahre Eisenbahnanschluss. Aus diesem Anlass blickt die GRÜNE Fraktion kritisch auf die derzeitige Situation rund um die Lübecker Bahninfrastruktur sowie zukünftige Entwicklungen.

Dazu Steffen Hamer, Mitglied im Bauausschuss und Grüner Bahnexperte:

„Damit wir auch zum 200. Geburtstag der Bahn in Lübeck weiterhin stolz auf deren Geschichte schauen können, bedarf es in den nächsten zehn Jahren einer gemeinsamen Kraftanstrengung. Mit der Eröffnung der Festen Fehmarnbeltquerung wird über das Gebiet der Hansestadt sehr viel mehr Zugverkehr rollen. Dazu entschied das Eisenbahnbundesamt in diesem Jahr, dass der Streckenabschnitt zwischen Lübeck und dem Abzweig Bad Schwartau Waldhalle nur zweigleisig ausgebaut werden soll. Das ist für uns nicht hinnehmbar. Man muss sich vorstellen, man baut eine Autobahn mit nur einer Spur pro Richtung zwischen den Metropolen Hamburg und Kopenhagen. Jedem leuchtet ein, dass das nicht funktionieren kann.

Die Folgen für die Region Lübeck und Ostholstein wären immens. So müssten sehr wahrscheinlich Regionalverkehrsverbindungen nach Kiel, Fehmarn, Neustadt und Travemünde zu einem 60-Minuten-Takt ausgedünnt werden, damit ein halbwegs stabiler Verkehr gewährleistet werden kann. Die Umsetzung der Regio-S-Bahn Lübeck wäre quasi unmöglich. Oder man kürzt jeden zweiten Zug zum Lübecker Hafen und verlagert den LKW-Verkehr zurück auf die Straße. All dies wäre nicht im Sinne der Verkehrswende und wäre zudem sehr nachteilig für Personen, die auf die Bahn angewiesen sind. Ebenso hätte es massive Konsequenzen für den regionalen Tourismus und die Lübecker Hafenwirtschaft. 

Um die Gefahren für eine negative Entwicklung des Bahnverkehrs in und um Lübeck abzuwenden, bin ich sehr erfreut darüber, dass die Hansestadt nun den Klageweg gegen die Entscheidung des Eisenbahnbundesamtes gewählt hat. Damit wir dann zum 200. Geburtstag auch auf eine positive Entwicklung im Bahnverkehr zurückschauen können.”